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Sprachförderung in der Kita: Wie Kinder die Sprache entwickeln
Katja Eymann

Geschrieben von

Katja Eymann

Business Development & Communications Lead

Katja ist unsere Brückenbauerin – empathisch und vernetzt gestaltet sie zentrale Schnittstellen und bringt Inhalte mitten ins Gefühl.

Qualität & Pädagogik2 Min. Lesezeit

Sprachförderung in der Kita: Wie Kinder die Sprache entwickeln

Dienstag, 20. Oktober 2026
Aktualisiert am 20. Oktober 2026

Die Sprachförderung in der Kita findet nicht nur beim Vorlesen oder bei gezielten Aktivitäten statt. Kinder entwickeln die Sprache auch beim Spielen, Essen, Singen und im Austausch mit anderen Kindern und Erwachsenen. Für die Sprachentwicklung bei Kleinkindern sind deshalb viele alltägliche Situationen relevant.

Auch in der Schweiz erhält die frühe Sprachförderung aktuell verstärkte Aufmerksamkeit. Im September 2026 rückten unter anderem das nationale Programm Buchstart und ein neues Modell zur frühen Sprachförderung im Kanton Schaffhausen in den Fokus. Wir zeigen, wie Sprachförderung im Kita-Alltag aussehen kann und wie Eltern die Sprachentwicklung zu Hause begleiten können.

Was bedeutet Sprachförderung in der Kita?

Sprachförderung bedeutet nicht, dass Kleinkinder wie in der Schule Sprache lernen. Vielmehr entstehen im Kita-Alltag zahlreiche Situationen, in denen Kinder zuhören, Wörter kennenlernen und selbst kommunizieren können.

Betreuungspersonen können solche Situationen bewusst aufgreifen. Sie benennen beispielsweise Gegenstände und Handlungen, stellen Fragen oder begleiten gemeinsame Aktivitäten sprachlich. Auch Lieder, Reime, Geschichten und Bilderbücher schaffen Gelegenheiten, eine Sprache zu erleben.

Die frühe Sprachförderung ist damit Teil des Alltags und kann in unterschiedliche Aktivitäten eingebunden werden.

Warum ist Sprachförderung bei Kleinkindern wichtig?

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Kinder entwickeln ihre sprachlichen Fähigkeiten schrittweise und in ihrem eigenen Tempo. Dabei lernen sie die Sprache vor allem im Austausch mit anderen Menschen.

Gespräche, gemeinsames Spielen, Erzählen und Vorlesen geben Kindern Möglichkeiten, neue Wörter und Ausdrucksformen kennenzulernen. Frühe Erfahrungen mit Geschichten, Gesprächen und Bilderbüchern können zudem wichtige Grundlagen für die weitere Sprach- und Leseentwicklung schaffen.

Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Aktivität. Vielmehr entstehen über den Tag hinweg viele sprachliche Erfahrungen.

Wie funktioniert Sprachförderung im Kita-Alltag?

Sprachförderung in der Kita lässt sich in viele alltägliche Situationen integrieren:

  • Beim Anziehen können Kleidungsstücke und Handlungen benannt werden.

  • Beim Essen entstehen Gespräche über Lebensmittel, Geschmack oder Erlebnisse.

  • Beim Spielen können Betreuungspersonen Handlungen sprachlich begleiten.

  • Lieder und Reime verbinden Sprache mit Rhythmus und Wiederholung.

  • Bilderbücher und Geschichten schaffen Gesprächsanlässe.

  • Im Austausch mit anderen Kindern erleben Kinder unterschiedliche Formen der Kommunikation.

So wird die Sprache nicht isoliert geübt, sondern in Situationen eingebettet, die für Kinder unmittelbar verständlich sind. Damit Kinder solche Alltagssituationen kennenlernen können, ist auch ein guter Start in die Betreuung wichtig. In unserem Ratgeber zur Eingewöhnung in der Kita erfährst du, wie diese erste Phase ablaufen kann.

Welche Rolle spielen Bücher und Vorlesen bei der Sprachförderung?

Gemeinsames Anschauen und Vorlesen von Büchern schafft viele Möglichkeiten für sprachlichen Austausch. Kinder können Bilder betrachten, Gegenstände benennen, Fragen stellen oder Geschichten mit eigenen Worten begleiten.

Ein aktuelles Schweizer Beispiel ist das nationale Programm Buchstart. Es wurde von Bibliomedia Schweiz und dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM initiiert. Das Programm unterstützt die frühe Sprach- und Leseförderung und richtet sich an Familien mit kleinen Kindern. 

Im September 2026 erschien ein neues Buchstart-Geschenkbuch. Die Materialien sollen Eltern Anregungen geben, wie sie Kinder im Alltag mit Büchern und Sprache begleiten können. Das Angebot berücksichtigt auch Mehrsprachigkeit: Der Text des aktuellen Buches steht laut Bibliomedia in rund 30 weiteren Sprachen zur Verfügung.

Wie können Eltern die Sprachentwicklung zu Hause unterstützen?

Die Sprachförderung bei Kleinkindern endet nicht mit dem Kita-Tag. Auch zu Hause entstehen viele Situationen, in denen Eltern die sprachliche Entwicklung begleiten können.

Eltern können beispielsweise:

  • mit ihrem Kind über gemeinsame Erlebnisse sprechen

  • Bilderbücher gemeinsam anschauen und darüber sprechen

  • Lieder, Verse und Reime in den Alltag integrieren

  • dem Kind Zeit zum Antworten geben

  • Fragen des Kindes aufgreifen

  • Tätigkeiten im Alltag sprachlich begleiten

Dabei geht es nicht darum, ständig Übungen durchzuführen. Die Sprache lässt sich vielmehr in gemeinsame Alltagssituationen integrieren.

Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit bei der Sprachförderung?

kind und mehrsprachigkeit

Kinder können mit mehreren Sprachen aufwachsen. Für Familien ist deshalb relevant, wie die verschiedenen Sprachen im Alltag Raum erhalten.

Die Pädagogische Hochschule St. Gallen betont die Bedeutung der Familiensprachen und der Umgebungssprache für das mehrsprachige Aufwachsen. Eltern können die Sprachentwicklung beispielsweise beim gemeinsamen Spielen, Erzählen oder Betrachten von Bilderbüchern begleiten.

Auch in der Kita kann es für Eltern interessant sein zu fragen, wie mit verschiedenen Familiensprachen umgegangen wird.

Wann sollten Eltern bei der Sprachentwicklung genauer hinschauen?

Kinder entwickeln ihre Sprache unterschiedlich schnell. Wenn Eltern unsicher sind, ob die Sprachentwicklung ihres Kindes altersgerecht verläuft, können sie ihre Beobachtungen zunächst mit den Betreuungspersonen besprechen. Bei weitergehenden Fragen können Kinderärztinnen, Kinderärzte oder andere geeignete Fachpersonen unterstützen.

Warum wird frühe Sprachförderung in der Schweiz aktuell diskutiert?

Auch auf politischer Ebene wird derzeit diskutiert, wie frühe Sprachförderung gestaltet werden kann. Der Kanton Schaffhausen plant ein Modell zur flächendeckenderen frühen Sprachförderung. Bisher lag die konkrete Ausgestaltung dort bei den Gemeinden.

kibesuisse unterstützt die grundsätzliche Stossrichtung, kritisiert in seiner Stellungnahme jedoch unter anderem die fehlende Verbindlichkeit, die Finanzierung sowie noch nicht ausreichend konkretisierte Qualitätsstandards. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die Position von kibesuisse zur geplanten Ausgestaltung.

Sprachförderung bei der Kita-Wahl berücksichtigen

Beim Vergleich verschiedener Kitas können Eltern auch darauf achten, welchen Stellenwert die Sprachförderung in der Kita hat. Interessant ist beispielsweise, wie Betreuungspersonen Gespräche begleiten, welche Rolle Bücher und Geschichten spielen und wie mit Mehrsprachigkeit umgegangen wird.

Über unsere Kita-Suche kannst du Kitas in deiner Region entdecken und dich über ihre Angebote informieren. Mit unserem Kita-Vergleich kannst du ausgewählte Einrichtungen gegenüberstellen.

Du hast Fragen zur Kita-Suche oder benötigst Unterstützung? Kontaktiere uns. Wir helfen dir gerne weiter.

Profi-Tipp

Frage bei der Kita, wie die Sprache im Alltag begleitet wird und welche Rolle Vorlesen, Gespräche, Lieder und gemeinsames Spielen dabei spielen.

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