Dein Kita-Match: Einfach wie Online-Shopping.
Awina Logo
DACH Kinderbetreuungsmonitor: Neue Kita-Finanzierung, sinkende Kinderzahlen und Fachkräfte im Wandel
Drenushe Shala

Geschrieben von

Drenushe Shala

Co-Founder & CEO

Drena ist die Visionärin – sie führt Awina mit Leidenschaft und einer klaren Vision in die Zukunft.

DACH Kinderbetreuungsmonitor: Neue Kita-Finanzierung, sinkende Kinderzahlen und Fachkräfte im Wandel

Donnerstag, 22. Oktober 2026
Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Der Kinderbetreuungsmarkt verändert sich. In der Schweiz stehen neue kantonale Finanzierungsmodelle und das Ende der bisherigen Bundesförderung im Fokus. Deutschland verzeichnet erstmals seit Beginn der Statistik einen Rückgang der Zahl seiner Kitas. Gleichzeitig zeigen neue Untersuchungen, wie sich der Arbeitsmarkt für pädagogische Fachkräfte verändert. Österreich wiederum macht deutlich, dass selbst verfügbare Fördermittel nicht automatisch vollständig genutzt werden.

Der aktuelle Awina DACH Kinderbetreuungsmonitor zeigt, welche Entwicklungen für Kita-Leitungen, Träger und Fachpersonen besonders relevant sind.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schweiz: Basel-Landschaft plant, ab August 2027 ein Viertel der Betreuungskosten einkommensunabhängig zu übernehmen. Gleichzeitig endet das bisherige Bundesförderprogramm 2026.

  • Deutschland: Die Zahl der Kitas sinkt erstmals. Neue Studien zeigen zudem Veränderungen bei der Personalverfügbarkeit und Herausforderungen bei der Qualifikation neuer Mitarbeitender.

  • Österreich: Rund 67,9 Millionen Euro an Bundesmitteln für Betreuungsausbau und Sprachförderung wurden im Kindergartenjahr 2024/25 nicht abgerufen.

Schweiz – Schwerpunkt Deutschschweiz

1. Basel-Landschaft plant 25 % kantonale Beteiligung an Betreuungskosten

Der Kanton Basel-Landschaft will Familien bei den Kinderbetreuungskosten stärker entlasten.

Gemäss dem im Juni 2026 revidierten Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung soll der Kanton künftig 25 % der Betreuungskosten unabhängig vom Einkommen übernehmen. Die bestehenden einkommensabhängigen Subventionen der Gemeinden bleiben ergänzend bestehen.

Die Einführung ist für den 1. August 2027 vorgesehen. Die dafür notwendigen Vollzugsentscheide und finanziellen Voraussetzungen sind noch nicht abschliessend geklärt.

Warum ist das relevant? 

Für Familien könnte sich der Eigenanteil an den Betreuungskosten deutlich verändern. Für Kita-Träger entstehen neue Rahmenbedingungen bei der Finanzierung und administrativen Abwicklung. Die Entwicklung zeigt zugleich, wie unterschiedlich die Kantone die finanzielle Entlastung von Familien organisieren.

Wie sich kantonale Unterstützung konkret auf Familien auswirkt, zeigt unser Ratgeber zu Betreuungsgutscheinen im Kanton Bern.

Quelle: Kanton Basel-Landschaft, 24. September 2026

2. Schweizer Bundesförderung endet: Gesuche noch bis 30. Dezember möglich

Das bisherige Impulsprogramm des Bundes zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung läuft Ende 2026 aus.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen bestätigt, dass Gesuche bis zum 30. Dezember 2026 eingereicht werden können. Fördermöglichkeiten bestehen unter bestimmten Voraussetzungen unter anderem für zusätzliche Betreuungsplätze und Projekte zur besseren Abstimmung des Angebots auf die Bedürfnisse der Eltern.

Das Nachfolgegesetz UKibeG wurde im Dezember 2025 vom Parlament verabschiedet. Es sieht eine neue Betreuungszulage und Finanzhilfen für Kantone vor. Ein definitives Inkrafttretensdatum steht noch nicht fest.

Warum ist das relevant? 

Für Kita-Träger mit förderfähigen Vorhaben wird die verbleibende Frist wichtig. Gleichzeitig ist bei der längerfristigen Finanzplanung zu berücksichtigen, dass die neue Bundesfinanzierung noch nicht operativ eingeführt wurde.

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen

3. Zürich: Weniger Kinder und Kitas, aber weiterhin hohe öffentliche Investitionen

Der Kinderbetreuungsreport 2025 der Stadt Zürich zeigt erste Veränderungen im städtischen Betreuungsmarkt.

Die Anzahl Kitas sank von 330 auf 321, während sich die Zahl der Kinder im Vorschulalter von 21'177 auf 20'846 verringerte.

Auch die angebotenen Betreuungsplätze gingen leicht von 11'926 auf 11'772 zurück. Gleichzeitig blieben die öffentlichen Ausgaben für die Vorschulbetreuung mit CHF 96,5 Millionen auf Vorjahresniveau.

Zusätzlich investierte die Stadt 2025 rund CHF 2,4 Millionen in Massnahmen zur Qualitätsentwicklung.

Warum ist das relevant? 

Die Zahlen zeigen, dass sich auch ein grosser urbaner Betreuungsmarkt verändern kann, ohne dass öffentliche Investitionen entsprechend zurückgehen. Für Kita-Träger gewinnen Auslastung, regionale Nachfrage und Qualitätsentwicklung an Bedeutung. Die Zahlen allein erlauben allerdings keine Aussage darüber, ob alle Familien einen passenden Platz finden.

Quelle: Stadt Zürich, Kinderbetreuungsreport 2025, veröffentlicht am 20. Mai 2026

Deutschland

kinder sitzen im kreis

4. Erstmals sinkt die Zahl der Kitas – Geburtenrückgang verändert den Markt

Eine neue Statistik des Statistischen Bundesamts zeigt einen Wendepunkt in der deutschen Kinderbetreuung.

Zum 1. März 2026 wurden rund 756'700 Kinder unter drei Jahren betreut. Das sind 5,6 % weniger als im Vorjahr.

Erstmals seit Beginn der bundesweiten Zeitreihe 2006 ging auch die Anzahl der Kindertageseinrichtungen zurück – von rund 61'080 auf etwa 61'000.

Eine ergänzende Analyse des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zeigt, dass 2025 in Westdeutschland rund 17 % weniger Kinder geboren wurden als 2021. Trotzdem besteht regional weiterhin ungedeckte Betreuungsnachfrage.

Warum ist das relevant? 

Der demografische Rückgang verändert zunehmend die kommunale Bedarfsplanung. Während manche Einrichtungen weniger Kinder betreuen, fehlen andernorts weiterhin passende Plätze. Für Kita-Träger werden lokale Kinderzahlen, Auslastung und die langfristige Entwicklung einzelner Standorte wichtiger.

Quelle: Statistisches Bundesamt, 29. September 2026

Quelle: Deutsches Jugendinstitut, 15. Oktober 2026

5. Fachkräfte: Mehr verfügbare Bewerbende, aber weiterhin Qualifikationsprobleme

Die neue DJI-Analyse zeigt auch Veränderungen am Arbeitsmarkt.

Im Jahr 2025 kamen rechnerisch 1,1 arbeitslos gemeldete Erzieherinnen und Erzieher auf eine gemeldete offene Stelle. 2024 waren es 0,8. Das deutet auf eine Entspannung in Teilen des Arbeitsmarkts hin, bedeutet aber kein generelles Ende des Fachkräftemangels.

Eine zeitgleich veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann Stiftung ergänzt das Bild: Von rund 4'800 befragten Kita-Leitungskräften berichteten 56 % von Kompromissen beim Fachwissen neuer Mitarbeitender. 23 % gaben an, dass Stellen unterhalb des ursprünglich benötigten Qualifikationsniveaus ausgeschrieben wurden.

Die freiwillige Bertelsmann-Befragung ist nicht repräsentativ für alle deutschen Kitas.

Für Kita-Träger, die neue Mitarbeitende gewinnen möchten, bietet Awina für Kitas Möglichkeiten zur Präsentation ihrer Einrichtung und offener Stellen.

Warum ist das relevant? 

Die Anzahl verfügbarer Bewerbender sagt wenig darüber aus, ob eine Stelle fachlich passend besetzt werden kann. Für Kita-Träger bleiben Qualifikationsprüfung, strukturierte Einarbeitung und Weiterbildung wichtige Voraussetzungen für eine gute Betreuungsqualität.

Quelle: DJI, 15. Oktober 2026

Quelle: Bertelsmann Stiftung, 15. Oktober 2026

6. Neues Kita-Qualitätsgesetz: Bundesländer fordern bessere Finanzierung

Am 16. Oktober hat der Bundesrat zum geplanten Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz Stellung genommen.

Der Regierungsentwurf sieht für den Zeitraum 2027–2034 Bundesmittel von insgesamt rund 9,25 Milliarden Euro vor. Damit sollen unter anderem frühkindliche Förderung und Qualitätsentwicklung gestärkt werden.

Die Länder kritisieren jedoch die langfristige Finanzierungsstruktur und fordern mehr Flexibilität bei einzelnen Vorgaben, etwa zur Sprachstandserhebung und Fachberatung.

Das Gesetz befindet sich weiterhin im parlamentarischen Verfahren.

Warum ist das relevant? 

Höhere Qualitätsanforderungen müssen auch personell und finanziell umgesetzt werden können. Für Kita-Träger ist entscheidend, welche zusätzlichen Anforderungen entstehen und wie deren Finanzierung langfristig gesichert wird.

Quelle: Bundesratssitzung vom 16. Oktober 2026

Österreich

7. Millionen an Kinderbetreuungsfördermitteln nicht vollständig abgerufen

In Österreich zeigt eine parlamentarische Anfragebeantwortung, dass im Kindergartenjahr 2024/25 erhebliche Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Sprachförderung nicht abgerufen wurden.

Nach den im September veröffentlichten Zahlen standen rund 191,5 Millionen Euro zur Verfügung. Davon wurden etwa 123,7 Millionen Euro abgerufen. Rund 67,9 Millionen Euro blieben in diesem Förderbereich ungenutzt.

Besonders deutlich war die Differenz in der Steiermark, wo rund 30 Millionen Euro der vorgesehenen Mittel nicht abgerufen wurden.

Ob und in welchem Umfang nicht genutzte Mittel endgültig verfallen, lässt sich daraus nicht ableiten.

Warum ist das relevant? 

Verfügbare öffentliche Mittel führen nicht automatisch zu zusätzlichen Betreuungsangeboten. Die Umsetzung von Förderprogrammen hängt auch von administrativen Verfahren, Projektplanung und den jeweiligen Förderbedingungen ab. Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend waren, muss gesondert untersucht werden. Für Träger und öffentliche Stellen zeigt die Entwicklung, wie wichtig neben der Höhe von Förderbudgets auch deren tatsächliche Nutzung ist.

Quelle: ORF, 6. September 2026, auf Grundlage einer parlamentarischen Anfragebeantwortung

DACH-Trend der Woche: Die Kinderbetreuung tritt in eine neue Planungsphase ein

Die aktuellen Entwicklungen machen deutlich, dass sich die Herausforderungen in den drei Ländern unterschiedlich verschieben.

In der Schweiz entstehen neue kantonale Finanzierungsmodelle, während die bisherige Bundesförderung ausläuft.

In Deutschland verändern sinkende Kinderzahlen die Nachfrage und zunehmend auch die Situation am Fachkräftearbeitsmarkt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an pädagogische Qualität.

In Österreich zeigt die unvollständige Ausschöpfung von Fördermitteln, dass Finanzierung und tatsächliche Umsetzung zwei unterschiedliche Herausforderungen sind.

Für Kita-Leitungen und Träger gewinnen damit drei Faktoren an Gewicht: verlässliche Finanzierung, vorausschauende Personalplanung und die bedarfsgerechte Nutzung vorhandener Kapazitäten.

Der Ausbau der Kinderbetreuung bleibt wichtig. Entscheidend wird jedoch zunehmend, wie gut Angebote finanziert, organisiert und an regionale Bedürfnisse angepasst werden.

Eine Möglichkeit, Familien gezielt zu erreichen, bietet das Awina Premium-Profil für Kitas. Damit können Einrichtungen ihre Angebote und Besonderheiten sichtbar präsentieren.

Zahlen der Woche

zahlen der woche

Der Awina DACH Kinderbetreuungsmonitor informiert regelmässig über relevante Entwicklungen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Mit aktuellen Zahlen, offiziellen Quellen und Einordnung für Kita-Leitungen, Träger und Fachpersonen.

Weitere Entwicklungen findest du in unserer vorherigen Ausgabe des DACH-Kinderbetreuungsmonitors.

Profi-Tipp

Prüft regelmässig, wie sich die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in eurer Region entwickelt. Vergleicht die aktuelle Auslastung mit den erwarteten Kinderzahlen und berücksichtigt diese Entwicklung bei der Personal- und Finanzplanung. So könnt ihr frühzeitig erkennen, wo Anpassungen im Betreuungsangebot sinnvoll sind.

Weitere Blogbeiträge entdecken

Kita oder Tagesmutter: Welche Betreuung passt zu unserer Familie?

Kita oder Tagesmutter: Welche Betreuung passt zu unserer Familie?

Kita oder Tagesmutter: Erfahre, wie sich beide Betreuungsformen unterscheiden und welche Betreuung zu deinem Kind und Familienalltag passt.

27.10.2026

Mehr erfahren
DACH Kinderbetreuungsmonitor: Genf investiert in Betreuung – Deutschland erlebt Wandel am Kita-Arbeitsmarkt

DACH Kinderbetreuungsmonitor: Genf investiert in Betreuung – Deutschland erlebt Wandel am Kita-Arbeitsmarkt

Kinderbetreuung DACH: Genfs Finanzierung, Schweizer Bundesförderung, Kita-Arbeitsmarkt in Deutschland und Betreuungszeiten in Österreich.

21.10.2026

Mehr erfahren
Sprachförderung in der Kita: Wie Kinder die Sprache entwickeln

Sprachförderung in der Kita: Wie Kinder die Sprache entwickeln

Sprachförderung in der Kita: Erfahre, wie Kinder die Sprache im Alltag entwickeln und wie Kita und Eltern die Sprachentwicklung unterstützen.

20.10.2026

Mehr erfahren