👉 Compare, inquire, find – your perfect daycare match! With Awina, finding childcare is as easy as online shopping. 😊
Awina Logo
KUM Studie: Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor
Katja Eymann

Written by

Katja Eymann

Business Development & Communications Lead Katja ist unsere Brückenbauerin – empathisch und vernetzt gestaltet sie zentrale Schnittstellen und bringt Inhalte mitten ins Gefühl.

News & Medien2 min read

KUM Studie: Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor

Thursday, September 17, 2026
Updated September 21, 2026

Wenn Mitarbeitende wegen fehlender Kinderbetreuung ihr Pensum reduzieren oder kurzfristig ausfallen, betrifft das auch den Betrieb. Wie Schweizer KMU damit umgehen, zeigt die neue Studie «Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor – Schweizer KMU zwischen Potenzial und Praxis».

Für die von Awina und der Stiftung Mercator in Auftrag gegebene Studie befragte das Forschungsinstitut Sotomo 307 Führungspersonen aus Schweizer KMU. Die Ergebnisse zeigen, welche Folgen Betreuungspflichten im Arbeitsalltag haben, welche Unterstützung Unternehmen bereits anbieten und welche Hürden einem stärkeren Engagement im Weg stehen.

Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor: Was die Studie zeigt

Die Ergebnisse zeigen, dass Betreuungspflichten für viele KMU konkrete Auswirkungen auf den Arbeitsalltag haben:

  • 94 % erachten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als wichtig für ihr Unternehmen.

  • 83 % nehmen Auswirkungen von Betreuungspflichten auf ihre Personalressourcen wahr.

  • 54 % berichten von reduzierten Arbeitspensen aufgrund von Betreuungspflichten.

  • 51 % erleben kurzfristige Personalausfälle.

  • Rund jedes vierte KMU nennt eine erschwerte Personalplanung.

Damit wird Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor auch für die Arbeitsorganisation, Fachkräftesicherung und Mitarbeiterbindung relevant.

Die vollständige Studie «Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor» lesen

Wie unterstützen Schweizer KMU ihre Mitarbeitenden heute?

Familienfreundliche Arbeitsmodelle sind in vielen Unternehmen bereits vorhanden. Teilzeitarbeit wird von 64 Prozent der befragten KMU ermöglicht, flexible Arbeitszeiten von 58 Prozent. Auch Homeoffice und Abwesenheiten bei Krankheit des Kindes gehören zu den angebotenen Massnahmen.

Konkrete Unterstützung bei der Kinderbetreuung ist dagegen noch selten. Finanzielle Beteiligungen an Betreuungskosten, Beratungsangebote oder Kooperationen mit Kitas werden bisher nur von wenigen Unternehmen angeboten.

Den Wunsch nach weiteren Schritten gibt es dennoch: 71 Prozent der Befragten möchten, dass ihr eigenes Unternehmen Massnahmen für familienfreundlichere Arbeitsbedingungen ergreift.

Was hält Unternehmen von mehr Unterstützung ab?

Bildunterschrift: Hindernisse für betriebliches Engagement bei der Kinderbetreuung. Quelle: Awina KMU-Studie / Sotomo

Bildunterschrift: Hindernisse für betriebliches Engagement bei der Kinderbetreuung. Quelle: Awina KMU-Studie / Sotomo

Die finanziellen Kosten stellen für viele KMU die grösste Hürde dar. 47 Prozent nennen sie als Hindernis für ein stärkeres Engagement. Auch die wahrgenommene Nachfrage der Mitarbeitenden spielt eine Rolle: 32 Prozent sehen hier eine Hürde. Für 30 Prozent ist zudem die organisatorische Komplexität ein Hindernis.

Trotz dieser Hürden wären 45 Prozent grundsätzlich bereit, sich zumindest teilweise an den Kita-Kosten ihrer Mitarbeitenden zu beteiligen.

Drenushe Shala, CEO und Co-Founderin von Awina, sieht darin vor allem eine Umsetzungslücke:

«Für uns zeigt die Studie keine Abwehrhaltung, sondern eine Umsetzungslücke: Die Bereitschaft ist grösser, als die heutige Praxis vermuten lässt. Was vielen Unternehmen fehlt, ist ein einfacher, fairer und administrativ tragbarer Einstieg.»

Dabei fällt ein weiteres Ergebnis auf: Während 32 Prozent die fehlende Nachfrage als Hindernis nennen, schätzen 44 Prozent das Interesse ihrer Mitarbeitenden an stärkerer Unterstützung als gross ein.

Drenushe Shala ordnet diesen scheinbaren Widerspruch so ein:

«Vielleicht fehlt also nicht das Bedürfnis, sondern die Erwartung, dass ein solches Angebot überhaupt möglich ist.»

Für sie zeigt die Studie insgesamt: Es fehlt nicht primär am Willen, sondern an einfachen, transparenten und praktisch umsetzbaren Einstiegswegen.

Drenushe Shala geht im begleitenden Interview zur Studie ebenfalls auf diesen scheinbaren Widerspruch ein.

Interview mit Drenushe Shala zu den Studienergebnissen lesen

Warum sind mittelgrosse KMU besonders interessant?

Das Interesse an neuen Unterstützungsmodellen fällt bei mittleren und grösseren KMU höher aus als bei kleinen Betrieben.

Drenushe Shala sieht mittelgrosse KMU deshalb als besonders relevante Gruppe:

«Sie befinden sich häufig genau in einer Lücke: Sie sind gross genug, um die Auswirkungen von Betreuungspflichten bei Absenzen, Teilzeitpensen oder in der Rekrutierung deutlich zu spüren, aber zu klein, um eigene umfassende HR- oder Betreuungslösungen aufzubauen.»

Zentrale und kooperative Modelle können deshalb gerade für diese Unternehmen interessant sein. Awina möchte dabei nicht einfach eine fertige Lösung anbieten, sondern gemeinsam mit ausgewählten KMU erproben, welche Unterstützung finanziell tragbar, administrativ einfach und für die Mitarbeitenden tatsächlich hilfreich ist. 

Was bringt bessere Kinderbetreuung den Unternehmen?

Bessere Betreuungsmöglichkeiten könnten sich auch auf das Arbeitspensum auswirken. 64 Prozent der befragten KMU gehen davon aus, dass Mitarbeitende ihr Pensum bei einer besseren Kinderbetreuung erhöhen könnten.

Ein besseres Betreuungsangebot könnte sich nach Einschätzung der KMU auch auf die Arbeitseffizienz auswirken. 73 Prozent erwarten hier positive Auswirkungen, etwa durch weniger Fehlzeiten oder eine höhere Produktivität.

Für ein stärkeres Engagement sprechen aus Sicht der KMU verschiedene Gründe. Am häufigsten wird mit 55 Prozent die Zufriedenheit der Mitarbeitenden genannt. Es folgen die Mitarbeiterbindung mit 41 Prozent und weniger Fehlzeiten mit 32 Prozent.

Kinderbetreuung als Unternehmensfaktor ist damit auch für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften relevant.

Wie können Unternehmen Familien konkret unterstützen?

Kinder die mit den Händen malen

Nicht jedes KMU kann oder möchte eine eigene Betriebskita aufbauen. Unterstützung kann auch anders aussehen.

Eine zentrale Plattform kann Unternehmen, Familien und Kitas zusammenbringen. Arbeitgeber können sich beispielsweise finanziell an der Betreuung beteiligen. Familien behalten die Wahl zwischen verschiedenen Kitas. Betreuungseinrichtungen erhalten Zugang zu Familien und Unternehmen, ohne zahlreiche einzelne Kooperationen organisieren zu müssen.

In der Studie wurde den KMU ein zentrales Plattformmodell für die Kinderbetreuung vorgestellt. Rund die Hälfte der Unternehmen zeigte Interesse an einer solchen Lösung.

Mit dem Awina Pass verfolgt Awina einen vergleichbaren Ansatz: Arbeitgeber, Familien und Kitas werden über eine zentrale Plattform miteinander verbunden.

Für Drenushe liegt darin ein möglicher Ansatz, den administrativen Aufwand für Unternehmen gering zu halten und Familien gleichzeitig mehr Unterstützung zu bieten.

Gleichzeitig betont Drenushe Shala eine wichtige Grenze:

«Eine Plattform schafft allerdings nicht automatisch neue Betreuungsplätze. Sie kann aber die fragmentierte Betreuungslandschaft besser verbinden und dafür sorgen, dass Familien, Kitas und Arbeitgeber einfacher zusammenfinden.»

Was braucht es für den nächsten Schritt?

Viele KMU sehen auch Politik und öffentliche Hand in der Verantwortung. Zwei Drittel wünschen sich finanzielle Fördermassnahmen. Für steuerliche Erleichterungen sprechen sich 61 Prozent aus.

Einfachere Prozesse und weniger administrative Hürden könnten KMU zusätzlich dabei unterstützen, sich stärker bei der Kinderbetreuung zu engagieren.

Die Studie liefert konkrete Anhaltspunkte dafür, wo Unterstützung ansetzen kann. Für uns bei Awina geht es darum, Familien, Kitas und Arbeitgeber einfacher miteinander zu verbinden. Gemeinsam mit Unternehmen und Betreuungseinrichtungen wollen wir Lösungen entwickeln, die sich im Arbeitsalltag umsetzen lassen und Familien den Zugang zu Kinderbetreuung erleichtern.

Du möchtest erfahren, wie Awina Unternehmen bei der Kinderbetreuung unterstützen kann? Nimm Kontakt mit uns auf und lerne unsere Lösungen für Arbeitgeber kennen.

Pro tip

Bevor Unternehmen neue Massnahmen zur Kinderbetreuung einführen, lohnt es sich, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden direkt abzufragen. Eine kurze interne Umfrage kann bereits zeigen, wo die grössten Herausforderungen liegen und welche Unterstützung tatsächlich gefragt ist. So lassen sich Massnahmen gezielter planen und Angebote entwickeln, die im Arbeitsalltag auch genutzt werden.